Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gasheizung gehört einmal im Jahr gewartet – das verlangen alle Hersteller in ihren Garantiebedingungen.
- Bei der Wartung werden Brenner und Wärmetauscher gereinigt, Elektroden, Dichtungen, Siphon und Ausdehnungsgefäß geprüft und die Verbrennung gemessen und eingestellt.
- Ohne Wartung: mehr Verbrauch, mehr Störungen, Ausfall meist im kältesten Monat – und bei undichten Abgaswegen das Risiko von Kohlenmonoxid.
- Die Schornsteinfeger-Messung ersetzt die Wartung nicht – beides gehört zusammen.
Die meisten Gasthermen hängen in einem Raum, den man selten betritt. Sie laufen, es ist warm, also ist alles gut. Bis es im Januar nicht mehr warm ist. Die beiden Bilder in diesem Beitrag haben wir bei einer Erstwartung in einem Einfamilienhaus im Landkreis Ebersberg gemacht – die Therme war rund zehn Jahre alt und hatte in dieser Zeit noch keinen Monteur von innen gesehen.
So sieht eine Gastherme ohne Wartung von innen aus


Was Sie da sehen, ist kein Defekt – es ist der normale Alltag einer Brennwerttherme, die zehn Jahre lang Gas verbrannt und Kondensat produziert hat, ohne dass jemand nachgeschaut hat. Die Ablagerungen entstehen aus Verbrennungsrückständen, Staub aus der Verbrennungsluft und dem sauren Kondensat, das Brennwertgeräte systembedingt erzeugen. Eine halbe Stunde Reinigung, und der Wärmetauscher sieht wieder aus wie neu. Zehn Jahre ohne diese halbe Stunde sehen so aus wie auf den Fotos.
Warum eine Gasheizung jährlich gewartet werden sollte
Die kurze Antwort: weil Hersteller und Physik sich hier einig sind.
- Hersteller: Viessmann, Vaillant, Buderus, Wolf, Junkers/Bosch – alle schreiben die jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb in ihren Garantie- und Gewährleistungsbedingungen vor. Fällt ein Bauteil aus und es gibt kein Wartungsprotokoll, ist die Garantie in der Regel weg.
- Physik: Ablagerungen im Wärmetauscher wirken wie eine Dämmschicht zwischen Flamme und Heizwasser. Eine verschmutzte, schlecht eingestellte Therme verbraucht spürbar mehr Gas für dieselbe Wärme – bei Gaspreisen von heute sind das pro Winter schnell mehr als die Wartung kostet.
- Sicherheit: Gas wird in Ihrem Haus verbrannt. Dichtungen, Abgasweg, Kondensatsiphon und die Flammenüberwachung sind die Teile, die dafür sorgen, dass das Abgas – und damit Kohlenmonoxid – durch den Kamin geht und nicht in den Heizraum. Genau diese Teile altern unbemerkt.
Was bei der Wartung einer Gastherme wirklich gemacht wird
Eine ordentliche Wartung dauert bei einer Brennwerttherme rund 60 bis 90 Minuten. Sie besteht nicht aus „Aufkleber drauf und Rechnung schreiben", sondern aus diesen Schritten:
- Sichtprüfung und Fehlerspeicher: Gerät, Abgasleitung, Kondensatablauf und Anschlüsse prüfen; im Steuergerät nachsehen, welche Störungen im letzten Jahr aufgetreten sind.
- Brennkammer öffnen, Brenner und Wärmetauscher reinigen: Das ist der Teil, den die Fotos oben zeigen. Brenneroberfläche, Wärmetauscherlamellen und Brennkammerdämmung werden gereinigt und auf Risse oder Korrosion geprüft.
- Verschleißteile prüfen: Zündelektrode, Ionisationselektrode (die Flammenüberwachung), Brennerdichtung, Siphon. Was verschlissen ist, wird getauscht – nicht vorsorglich alles.
- Hydraulik: Anlagendruck, Vordruck des Ausdehnungsgefäßes, Sicherheitsventil, Entlüftung. Ein leeres Ausdehnungsgefäß ist einer der häufigsten Gründe für „die Heizung verliert ständig Druck".
- Verbrennung messen und einstellen: Mit dem Abgasmessgerät werden CO₂-, O₂- und CO-Gehalt gemessen und das Gerät nach Herstellervorgabe eingestellt. Erst damit läuft es wirklich effizient und sauber.
- Protokoll: Sie bekommen die Messwerte und die durchgeführten Arbeiten schriftlich – für die Garantie, für den Schornsteinfeger, für den Verkauf des Hauses.
Was passiert, wenn man die Wartung jahrelang auslässt?
Eine Gastherme kündigt ihren Ausfall selten an. Das ist das Tückische: Die Folgen unterlassener Wartung kommen schleichend und dann auf einmal.
- Der Verbrauch steigt – unbemerkt. Ablagerungen im Wärmetauscher und eine verstellte Verbrennung erkennen Sie nicht am Gerät, sondern erst in der Jahresabrechnung. Und auch dort schiebt man es meist auf den Gaspreis.
- Störungen häufen sich. Eine verschmutzte Ionisationselektrode meldet „keine Flamme", obwohl sie brennt. Die Therme startet drei-, viermal, geht auf Störung, Sie drücken Reset. Irgendwann hilft Reset nicht mehr – erfahrungsgemäß an einem Sonntag im Januar.
- Der Siphon trocknet aus oder setzt sich zu. Dann sucht sich das Kondensat einen anderen Weg – in das Gerät oder auf den Kellerboden – oder Abgas drückt durch den leeren Siphon in den Raum.
- Kohlenmonoxid. Das ist der ernste Punkt. Eine gealterte Brennerdichtung, ein verschlissener Abgasweg, eine verstopfte Zuluft: CO ist geruchlos, und die Fälle, über die man in der Zeitung liest, hatten fast immer eine Vorgeschichte aus Jahren ohne Wartung. Ein CO-Melder im Heizraum kostet 30 Euro – die Wartung sorgt dafür, dass er nie anschlagen muss.
- Garantie und Versicherung. Ohne Wartungsnachweise verweigern Hersteller Garantieleistungen, und nach einem Schaden fragt auch die Versicherung nach dem Wartungszustand.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung?
Spätsommer bis Herbst – bevor die Heizperiode beginnt und bevor die Terminkalender der Fachbetriebe voll sind. Wer im Oktober anruft, wartet oft Wochen; wer im Juni einen Wartungsvertrag abschließt, bekommt seinen festen Termin jedes Jahr automatisch. Bei uns gehört zum Wartungsvertrag, dass wir uns melden – nicht Sie.
Kurzer Selbstcheck an Ihrer Gastherme
- Steht auf dem Wartungsaufkleber ein Datum, das jünger als zwölf Monate ist?
- Zeigt das Manometer zwischen 1,0 und 2,0 bar – ohne dass Sie regelmäßig nachfüllen müssen?
- Startet die Therme beim ersten Versuch, ohne mehrfaches Anlaufen?
- Ist der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr bei ähnlichem Wetter stabil?
- Hängt ein CO-Melder im Heizraum?
Wenn Sie bei zwei Punkten den Kopf schütteln, ist es Zeit für einen Termin. Wir warten Gasheizungen aller gängigen Hersteller in Anzing, im Landkreis Ebersberg und in München-Ost – und sagen Ihnen nach der Wartung ehrlich, wie es um Ihre Therme steht: ob sie noch Jahre läuft, ob sich eine Reparatur lohnt oder ob man langsam über einen Tausch nachdenken sollte. Mehr zu Wartung & Kundendienst.
Häufige Fragen zur Wartung der Gasheizung
Einmal im Jahr, idealerweise im Spätsommer oder Herbst vor der Heizperiode. Das schreiben alle Hersteller in ihren Garantiebedingungen vor.
Nein. Der Schornsteinfeger misst die Abgaswerte und prüft die Betriebssicherheit – er reinigt und stellt das Gerät nicht ein. Die Wartung durch den Fachbetrieb ist eine eigene Leistung; beides ergänzt sich.
Typische Zeichen: Die Therme startet mehrfach, bevor sie läuft, der Gasverbrauch steigt ohne erkennbaren Grund, es riecht beim Anlaufen leicht nach Abgas, das Gerät wird laut oder geht sporadisch auf Störung. Ein Wartungsaufkleber mit Datum älter als ein Jahr ist das sicherste Zeichen.
Im Wärmetauscher sammeln sich Ablagerungen und Kondensatrückstände, die Verbrennung wird schlechter, der Verbrauch steigt, Elektroden und Dichtungen altern unbemerkt. Am Ende steht meist ein Ausfall im Winter – und im schlimmsten Fall Kohlenmonoxid im Haus, weil Abgaswege oder Dichtungen nicht mehr in Ordnung sind.
Wann war Ihre Gastherme zuletzt von innen sauber?
Schicken Sie uns per WhatsApp ein Foto vom Typenschild und vom Wartungsaufkleber – wir sagen Ihnen, was zu tun ist, und machen Ihnen einen Termin oder ein Angebot für den Wartungsvertrag.
Quellen: Wartungs- und Garantiebedingungen der Gerätehersteller; Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) zur Schornsteinfeger-Messung.
